Fieseler Storch

Mahnmal mit historischem Wert

Flugzeug im Hangar
Was soll mit dem Fieseler Storch passieren? Die Mehrheit des Gemeinderats ist für einen Verbleib des Flugzeugs im Hangar.

Die Entscheidung zum Betrieb des Hangars ist gefallen, doch ruhig ist es um die künftige Stadt- und Veranstaltungshalle noch lange nicht geworden. Das zeigten nun gleich zwei Anträge in der Gemeinderatssitzung am 2. Dezember, gestellt von der Grünen-Fraktion, der SPD und der BLC, die sich vor allem um den „Fieseler Storch“ und dessen Sprachgebrauch und Verbleib in der Halle drehten.

Der Ursprungsantrag der Grünen beinhaltete die Anbringung einer Informationstafel, um die Historie und die Verbindung zwischen Hangar und „Fieseler Storch“ zu erläutern. Eine solche Informationstafel in Bezug auf das historische Kriegsflugzeug hat die Stadtverwaltung vor Kurzem bereits angebracht. Doch die SPD-Fraktion zeigte sich im Bau- und Sozialausschuss am 30. November damit nicht hundertprozentig einverstanden. Diese, so SPD-Fraktionsvorsitzender Gernot Mitsch, sei nicht präzise genug formuliert; der „Fieseler Storch“ müsse historisch besser eingeordnet und der Bezug zum Hangar deutlicher herausgearbeitet werden.
In der Gemeinderatssitzung wurde der Erweiterungsantrag der SPD, der auch eine Mitwirkung der Fraktionen in Zusammenarbeit mit Stadtarchivar Folker Förtsch beinhaltet, mehrheitlich angenommen, so dass die Tafel nun noch einmal überarbeitet wird.

Kriegsgerät in der Stadthalle?
Der Antrag der BLC ging noch einen Schritt weiter – demnach sollte über den Verbleib des Kriegsflugzeuges im Hangar diskutiert werden mit dem Ziel, den „Fieseler Storch“ zu entfernen. „Was hängen denn andere Städte in ihren Kulturhallen auf? Wollen wir wirklich den Scholl-Grimminger-Preis unter diesem Kriegsgerät verleihen?“, fragte Peter Gansky (BLC) und betonte, die Tafel müsse unbedingt nachgebessert werden, damit der „Fieseler Storch“ als Mahnmal gelte. Auch Uwe Berger (CDU) fragte nach der Intention, warum das Flugzeug überhaupt in der Stadthalle verbleiben solle. „Mir war bislang gar nicht richtig bewusst, dass hier ein verdecktes Hakenkreuz hängt. Das war vielleicht etwas naiv, aber nun haben wir es thematisiert. Das hat durchaus sein Gewicht, wie ich finde.“

Historische Einordnung als Mahnmal
Sozial- & Baubürgermeister Jörg Steuler merkte an, man habe den „Fieseler Storch“ mit übernommen und bei einwandfreier historischer Einordnung sehe er kein Problem, warum das Flugzeug nicht im Hangar verbleiben solle. Michael Klunker (ZfC) und Christian Hellemschmidt (Grüne) betonten, dass gerade ein solches Mahnmal mit historischem Wert erhalten bleiben und richtig eingeordnet werden müsste, und die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Helga Hartleitner ergänzte: „Die Tafel kann ja aufgearbeitet werden. Bevor der Hangar als Stadthalle angedacht war, hat es doch auch niemanden gestört. Alle, die den Hangar nicht wollten, suchen jetzt alle möglichen Gründe dagegen.“
Den Antrag auf Entfernung des „Fieseler Storchs“ lehnte der Gemeinderat mehrheitlich ab und folgte somit der Empfehlung der Stadtverwaltung. Auch ein zweiter BLC-Antrag, ob der Hangar einen neuen Namen erhalten solle, wurde abgelehnt mit der Begründung, erst das Hallenmarketingkonzept abzuwarten.

(Erstellt am 07. Dezember 2021)