Landschaftsschutz
Schafstall in Westgartshausen fertiggestellt
In Westgartshausen ist ein wichtiges Projekt für Tierwohl und Naturschutz erfolgreich abgeschlossen worden: Ende Dezember wurde der Neubau des Schafstalls fertiggestellt. Direkt am Rand des Naturschutzgebiets „Wacholderberg-Geigerswasen“ verfügt die Schäferei jetzt über eine moderne Unterkunft – ein zentraler Schritt für die nachhaltige Pflege der Wacholderheiden rund um den Crailsheimer Teilort Westgartshausen.
„Der neue Stall ist für uns ein echter Meilenstein“, sagt Schäfer Marcel Kiefer. „Ich habe jetzt endlich die Möglichkeit, alle Tiere an einem Ort optimal und zeitlich schneller zu versorgen. Vor allem für die Schafe bedeutet das deutlich mehr Ruhe und bessere Bedingungen.“
Der neue Kaltstall entstand am Feldweg „Unteres Weiler“, nur rund 40 Meter vom bisherigen Stall entfernt. In Holzbauweise errichtet, erfüllt das Gebäude hohe Anforderungen an Tierwohl und Umweltverträglichkeit. Am zweiten Weihnachtsfeiertag zog Schäfer Kiefer mit den 550 Mutterschafen und 30 Ziegen ein. „Alle haben mehr Platz, Licht und Luft und sind gemeinsam an einem Ort“, freut er sich, und vor allem: „Jetzt lammen die Schafe und wir erwarten reichlich Nachwuchs.“
Platz für Tiere – PV folgt
Der Stall bietet jetzt rund 1.200 Quadratmeter Nutzfläche mit 50 Metern Länge und 24 Metern Breite. Ein Satteldach mit 17 Grad Neigung, ein beweglicher Licht-Luft-First sowie durchgehende Fensterbänder sorgen für gute Belüftung und Tageslicht. Auf der Nordseite schützt ein vier Meter breiter Dachüberstand die überdachte Tierbehandlungsfläche. Technisch ist der Stall mit automatisierten Futterbändern und Tränkebecken ausgestattet, ergänzt durch ein Sozial- und Technikgebäude an der Ostseite.
Auch an die Zukunft wurde gedacht: Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ist vorgesehen. Diese wird im Laufe des Jahres 2026 von den Crailsheimer Stadtwerken errichtet. „Dass hier erneuerbare Energie genutzt wird, passt hervorragend zum Gesamtkonzept“, betont Kiefer. Er war bereits bei der Planung eingebunden und freut sich sehr, dass seine Wünsche erfüllt wurden.
Die Baukosten beliefen sich auf rund 1,38 Millionen Euro. Davon wurden bisher gut 1,06 Millionen Euro durch Fördermittel der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg gedeckt, weitere Fördermittel sind beantragt. Die Stiftung unterstützt Projekte, die dem Naturschutz dienen und die Landschaft vor Ort konkret aufwerten – Voraussetzungen, die in Westgartshausen erfüllt waren.
Schäferei als Landschaftsschützer
Notwendig geworden war der Neubau durch die beengten Verhältnisse im alten Stall und den zusätzlichen, zehn Kilometer entfernten Standort in Weipertshofen, der für die Überwinterung ungeeignet war. Die 550 Mutterschafe und 30 Ziegen können jetzt effizient und artgerecht an einem Standort gehalten werden. Der bisherige Stall wird künftig als Maschinenhalle und Lager genutzt.
Mit dem fertiggestellten Schafstall hat Crailsheim die Basis für eine zukunftsfähige Schäferei geschaffen – und damit für den langfristigen Erhalt der artenreichen Wacholderheiden. „Für die Tiere, für die Landschaft und auch für mich persönlich ist das ein großer Gewinn“, fasst Schäfer Marcel Kiefer zufrieden zusammen.
Damit war der Einzug am zweiten Weihnachtsfeiertag gleich zwei Mal passend: Denn die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Weidelandschaft und des Hirtentums ausgerufen, um die enorme Bedeutung dieser Ökosysteme und der Hirtenkulturen für Umwelt, Klima, Biodiversität und Ernährung zu würdigen und zu fördern. Das betrifft auch die Wacholderheide bei Westgartshausen und die Arbeit Kiefers mit seinen Tieren.