Dienstag, 06.10.2026 , 19:00-20:30
Vortrag und Gespräch: Vom Vorurteil zur Gewalt
Beschreibung
Ressentiments, Vorurteile und Feindbilder sind zählebig und haben in Krisenzeiten besondere Anziehungskraft. Verschwörungsfantasien erklären die Welt mit abstrusen Theorien, die "Fremden" die Schuld an Missständen und Katastrophen zuweisen. Als "fremd" werden Angehörige kultureller, religiöser, ethnischer, sozialer Minderheiten erklärt, um sie zu verdächtigen, zu vertreiben, zu verfolgen oder zu vernichten. Die Ressentiments gegen Juden (Antisemitismus) und gegen Sinti und Roma (Antiziganismus) mündeten im Völkermord. Die Motive und den Gewinn der Mehrheit durch die Ausgrenzung von Minderheiten zu ergründen ist Aufgabe der Ressentimentforschung. Sie zeigt den Weg vom Vorurteil zur Gewalt.
Prof. Dr. Wolfgang Benz, der von 1990 bis 2010 das Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin leitete, ist einer der renommiertesten deutschen Historiker sowie Experte für Nationalsozialismus, Antisemitismus und Erinnerungskultur. In diesem Vortrag beleuchtet er die Zusammenhänge und zeigt Wege zurück aus der Gewalt.
Zusammen mit der Evangelischen Bildung Kreis Schwäbisch Hall, der Katholischen Erwachsenenbildung (keb), Kultur.Gut. und dem Stadtarchiv Crailsheim.
